Theatergruppe Lauben

Ausflug ins Lechtal 2010

Nach tagelangem Regenwetter startete die Theatergruppe bei strahlendem Sonnenschein zum Jahresausflug nach Elbigenalp ins Lechtal. Die Anfahrtsroute sollte von Oberstaufen aus oder eventuell noch über Weiler in den Bregenzer Wald stattfinden. Doch irgendwie war jemand der Meinung, Bregenzer Wald ist gleich Bregenz und so ging es über Niederstaufen, Hohenweiler, Hörbranz und prompt gerieten wir bei Lochau in den »Stop and go« – Rhythmus, den es dort schon seit Jahrzehnten gibt. So dauerte es einige Zeit bis wir Bregenz hinter uns lassen konnten und nahmen nun die landschaftliche Schönheit des Bregenzer Wald und die malerischen Dörfer dankbar zur Kenntnis. Über den Hochtannberg-Pass erreichten wir Elbigenalp allerdings fast zwei Stunden später wie geplant. Nach einer kurzen Kaffeepause brachte uns Guido Degasperi, der Wirt des Lokals »Geierwally«, in einer einstündigen Führung den Ort Elbigenalp und die Region Lechtal in Vergangenheit und Gegenwart näher. Er schilderte uns das derbe Klima, welches die Menschen ebenso prägte wie das karge Leben im Lechtal.

Ausflug 2010
Ausflug 2010

Erst der Tourismus und der Fremdenverkehr brachten einigen Wohlstand in die Region. Guido erklärte uns in seinem schönen, aber ebenso rauen Tiroler Dialekt auch das romantische Lechtal mit den wunderbar bemalten Häusern, den Kirchen (in Elbigenalp war es St. Nikolaus) und den Naturschönheiten. Die letzte Station der Führung war »sein« Gasthaus, das nicht nur dem Namen nach der berühmten »Geierwally« gewidmet ist. Auch die gesamte Innenausstattung erinnert und erzählt von der berühmten Malerin, welche unter dem Namen Anna Steiner Knittel (1841 – 1915) in Elbigenalp geboren wurde.

Ausflug 2010
Ausflug 2010

Nach einem stärkenden Abendessen und dem anschließenden kleinen Spaziergang ging es zur »Geierwally«-Freilichtbühne. Wer hier ankommt und diese Bühne etwa mit Altusried vergleicht, wird auf Grund der Größe und der fast hundert Meter hohen, fast erschreckend wirkenden, Felswand zunächst schockiert sein, lernt aber schnell den liebenswerten Charakter und die Wohnzimmeratmosphäre dieser Naturbühne zu schätzen. Zum Greifen nahe sind die Schauspieler und das heurige Stück »Eine Handvoll Heimat« ist wahrlich »unter die Haut« gehend. Wie eindrucksvoll wird hier das Schicksal vieler Tiroler dargebracht, welche aus Verzweiflung diese schöne, aber zum Hungern verurteilende Heimat verließen, um in einem von Ungewissheit geprägtem Unternehmen im fernen und unbekanntem Peru einen Neuanfang zu wagen, den viele der Auswanderer letztendlich gar nicht mehr erleben sollten. In der Tat ein Theaterstück, das beeindruckend war, hervorragend gespielt und inszeniert wurde und mir zumindest noch tagelang nachging.

Mit der kürzeren Heimfahrt über Reutte und die neue Autobahn endete der von Willi Fischer bestens organisierte Ausflug, für den er einen verdienten Applaus erhielt. Kein Wunder, dass alle Mitfahrer von dem Ausflug begeistert waren und Viele eine Wiederkehr zum nächsten Stück sich fest vorgenommen haben.

Text: Hubert Lingg

Pfeil nach oben © 2017 Theatergruppe Lauben - letzte Aktualisierung: 26.11.2017